Susies stellt vor:
Hamburgs beste Cafés für regionalen Genuss  –
„Luicella´s Ice Cream” in St. Pauli 

 

SUSIES Local Food zu Besuch bei
„Luicella's” in St. Pauli. Mit traditionellen Maschinen produzieren Luisa Mentele und Markus Deibler in ihrem Eis-Café cremiges Milcheis wie „Vanille-Salz” und fruchtige Sorbets wie „Cassis”. Wir reisten mit bunten Plastiklöffelchen an – und konnten kaum aufhören zu probieren

Es gibt viele Menschen, die haben eine Aufgabe (nicht alle, leider). Manchen steht sie auf den Leib geschrieben. Dass Markus ein Schwimmer ist, kann man nicht übersehen. Ein Athlet wie von einem griechischen Sockel, breites Kreuz, starker Nacken, muskulöse Arme, und die gestresste Haut verrät, dass er viel Zeit im Wasser verbringt. Ein Sportler, keine Frage. Dass er aber der Mit-Inhaber eines Eis-Cafés ist, das überrascht.

Auch Luisa erfüllt nicht das Klischee einer Eis-Café-Inhaberin. Die Frauen, die gemeinhin in Läden standen, die einst die Fußgängerzonen deutscher Städte prägten und Namen trugen wie „Cortina” oder „Venezia”, waren eher untersetzt und rundlich, und erfüllten das Klischee der italienischen Mama. Luisa hingegen ist eine zierliche Frau mit feinsinnigem Gesicht, und wenn sie lacht, blitzen ihre Augen hinter der großen Brille auf. Man sieht sie gern lachen.

Wie also kamen die beiden, die kein Paar sind, auf die Idee, ihre eigene Eiscreme herzustellen? Die Antwort ist banal, und es ist die Antwort, die viele geben, die sich in der Local Food Szene engagieren: Die Qualität der vorhandenen Sorten hat sie nicht überzeugt. Vor allem nicht die Herstellung. 

Dabei gibt es bei Luicella's eine klare Aufgabenteilung: Luisa ist die Eis-Expertin, Markus der Entrepeneur. 

Luisa sagt von sich, dass sie Eis „liebe”. Nun gibt es einige, die dieses viel-geschundene Wörtchen verwenden, um ihre Zuneigung für etwas zu überhöhen, und die dann doch nicht viel mehr verstehen davon als man selbst. Aber bei Luisa ist das anders, sie spricht italienisch. Sie hat in Bologna gelebt und sich da durch nahezu jede Eisdiele der Genießer-Stadt in der Emilia Romagna geschleckt. Und sie hat einen Kurs besucht an der berühmten Gelato-University vor den Toren der Stadt, in der erfahrene Gelatieri, finanziert vom Eismaschinen-Hersteller Carpigiani, ihr Wissen an Schüler aus aller Welt weiter geben. Luisa lernte das filigrane Zusammenspiel der Zutaten kennen, wie Fett und Flüssigkeit die Konsistenz beeinflussen. Wie Geschmack und Schmelz entstehen.

Markus antwortet auf die Frage nach seinem Beruf „Schwimmer”. Seit 2007 tritt er bei den so genannten Senioren-Wettbewerben an, hat viele Medaillen gewonnen, einige Rekorde geschwommen und bei den Olympischen Sommerspielen 2012 die Endrunde im 200-Meter-Lagen-Wettbewerb erreicht (er wurde achter, der überragende Michael Phelps gewann Gold). Markus steckt im Form-Aufbau für Olympia 2016, schwimmt täglich fünf bis 14 Kilometer, und es verblüfft, dass ein noch in der Blüte seiner Leistungsfähigkeit steckender Sportler bereits das Leben nach all den Wettbewerben im Blick hat. Warum nicht als Inhaber eines Eiscafés? Luisa hatte das Know-how, Markus fixte sie an, mehr daraus zu machen, was Luisa wiederum triggerte. Bis den beiden plötzlich dieser ehemalige Blumenladen in der Detlev-Bremer-Straße angeboten wurde – und sie sagten: Wir machen es. 

 
  SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

Luisas und Markus' Lieblings-Adressen für regionales Essen in Hamburg

Schmakazien in St. Pauli – es ist die moderne Interpretation eines Tante-Emma-Ladens, aber großartig sortiert mit Produkten von lokalen Produzenten.

Glöe in St. Pauli – unsere Nachbarn von schräg gegenüber bieten einen günstigen Mittagstisch, nicht immer nur regional, aber oft genug.

Herr von Grün in St. Pauli – der einzige Bioladen, der mit den Mitteln des Storytellings seine Mission erzählt: Waren von vertrauenswürdigen Produzenten an vertraute Kunden verkaufen.

Die besten Cafés bei SUSIES:

La Douce – Eimsbüttel 

Café Johanna – Neustadt 

Tide, Treibholz und Feinkost – Ottensen

Adele&Clodwig – Ottensen

Public Coffee Roasters – Neustadt

 

Auch diese Adressen gefallen SUSIES:

Milchhof Reitbrook, Kaffeehaus Fuhlsbüttel, Public Coffee Roastery 

 

Es ist ein schlicht-schönes Eiscafé geworden, hell und doch farbenfroh, mit klaren Linien und doch verspielten Details, mit modernem Glas, und doch wirken die beiden großen Eis-Maschinen im einsichtbaren Hochparterre so zeitgemäß wie Dampfmaschinen in einem Apple-Store. Keine Frage: Dieser Ort hat eine klare Bestimmung. Und eine gute Aura.

Wir haben uns von Luisa zwei Kugeln Eis in einen Becher abfüllen lassen (Vanille-Salz und Schoko-Nuss) und loben die beiden mit vollem Mund für den ausgewogenen, feinen Geschmack ihrer Eissorten. Dann ist es Zeit für ein Interview.

 

Wieso „Luicella's“?

Es ist ein Spiel mit dem Namen Luisa. Ich habe ein Auslandssemester in Italien studiert, da sind solche Verniedlichungen üblich. 

Wie regional seid ihr?

Mal weniger, mal sehr. Es hängt extrem von der Sorte ab. Zitronen-Eis enthält wenig heimische Zutaten, Nuss-Eis viel. Aber wir denken sehr regional: Unsere Milch beziehen wir vom Hof Reitbrook, die Cookies für unsere entsprechenden Eissorten lassen wir uns von Constanze zubereiten, und die Kuchen liefert uns eine Hausfrau, die gern backt. Bei uns kommen keine Geschmacksverstärker, keine Zusatzstoffe ins Eis. Unseren Öko-Strom bekommen wir von Lichtblick.

War von Anfang an klar, dass Luicella's ein Erfolg wird?

Schwer zu sagen. Industrie-Eis ist einfach unfassbar billig gemacht, vielfach muss man nur Pulver mit Wasser verrühren. Und wir sind davon überzeugt, dass es einen Markt gibt für gutes, selbst gemachtes Eis. Dafür haben wir immerhin einen sechsstelligen Betrag investiert, wir mussten hier eine Starkstromleitung legen lassen, wir importierten die teuren Maschinen aus Italien, ließen die Einrichtung bauen. Wir haben anfangs viel mit den Eissorten experimentiert, kombinieren auch ungewohnte Geschmacksrichtungen und bieten immer eine vegane Sorte an. Man schmeckt den Unterschied zwischen unserem Eis und dem, was einem in manchem Eiscafé vorgesetzt wird.

Wie geht es mit Luicella weiter?

Jetzt suchen wir nach weiteren Verkaufsstellen für unser Eis. Noch kann man unsere 500 Milliliter-Becher nur in einer Edeka-Filiale kaufen, bei Heilmann in Altona. Wir haben noch Kapazitäten. Wir könnten uns ein zweites Café vorstellen. Vor allem aber suchen wir Kooperationen mit Hotels und Restaurants. Wir bieten echte, selbst gemachte Eiscreme aus Hamburg...


Luicella's Ice Cream 

Luisa Mentele und Markus Deibler

Detlev-Bremer-Str. 46, 20359 Hamburg

Tel. 040-94793009

www.luicella.wordpress.com 

Kaufen kann man das Eis kugel- und becherweise im Eiscafé, sowie in einigen Edeka-Filialen. Wo noch, erfahrt ihr über die Blog-Website von Luisa und Markus.

SUSIES Favorit ist das seidig-fruchtige Cassis-Sorbet.