SUSIES auf Tour:
Die besten Bauernhöfe in und rund um Hamburg –
"Milchhof Reitbrook" in Reitbrook

 

SUSIES Local Food auf Streicheltour: Der Vorderdeich verläuft kurvig durch die üppig grüne Landschaft des Elbe-Urstrom-Tals, kleine Höfe und Privathäuser stehen an seinem Wegesrand. Hier befindet sich auch der Milchhof Reitbrook, dessen Milch ist mittlerweile in vielen Hamburger Cafés sehr beliebt – Constanze „LaDouce“ macht damit ihren Latte Macchiato, auch die Public Coffee Roasters, das Vlet und Frank aus dem Tide. Schon deshalb waren wir neugierig, was den Hof so besonders macht.

Jan-Hendrik Langeloh führt uns an diesem sonnigen Tag über das Gelände. Mit Vater und Bruder führt er den Hof mit seinen 148 Milch-Kühen, die jetzt so gut wie alle draußen sind. Wir stehen im Eingang des so genannten Boxenlaufstalls, in dem sich die Tiere in abgegrenzten, größeren Bereich frei bewegen können, Schwalben fliegen über unsere Köpfe hinweg und füttern ihre Brut. „Dieser Stall ist Kühen vorbehalten, die in den nächsten 14 Tagen kalben. Da wir sie nicht mehr melken, haben sie hier ihre Ruhe. Und da hinten", Jan-Hendrik zeigt aus dem Stall heraus,„entsteht auch ein Neubau, in dem sich die Mutterkühe nach dem Kalben erholen können.“ Man kümmert sich hier um das Wohl der Tiere.

Doch auf die Frage, ob er alle Tiere mit Namen kenne, kann der Landwirt nur lachen. „Nein, dafür sind es zu viele. Aber einige. Die Namensvergabe erfolgt bei uns, wie bei vielen Höfen, nach Jahresbuchstaben – bis Ende Juni bekommen alle Jungtiere einen Namen mit „R“. Danach ist „S“ dran. Dadurch wird es leichter. Außerdem versuchen wir Namen zu finden, die dem der Mutter ähneln.“ 

Wir schlendern über die Weide zum nächsten Stall. Jede Kuh gibt zwischen 55-60 Liter pro Tag. Mit ca. zwei Jahren wird die Kuh das erste mal trächtig, während der Tragezeit und ungefähr 100 Tage nach dem kalben wird sie gemolken. Nur in den zwei Monaten vor der nächsten Geburt wird sie trockengestellt, der Euter kann sich regenerieren. Nach 5-7 Jahren, in denen sie 4- 5 Junge gekalbt hat, ist dann meist Schluss, die Kuh wird zu alt. „Das ist jedes mal eine schwere Entscheidung – wir sprechen mit dem Veterinär, klären, ob ein Tier nicht doch bleiben könne...“

Dass Milchkühe überhaupt auf die Weiden kommen, ist nicht überall üblich. Aber die naturnahe und artgerechte Haltung ist den Langelohs wichtig. Mittendrin und doch hoch über den Köpfen der Kühe zieht ein Storchenpaar drei Junge auf. „Unsere Nachbarn sind schon etwas neidisch, aber ein Storch braucht viel Lebensraum für sich, so schnell wird sich kein weiterer hier in der Gegend ansiedeln.“

 
  SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

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Jan-Hendriks Lieblings-Adressen für regionales Essen in Hamburg

Der Vierländer Edeka-Markt von Niko Clausen in Neuengamme – hier habe ich die größte Käseauswahl aus der Region 

St. Lucia in Bergedorf – der Kaffee ist der beste in Bergedorf und man trifft sich dort nach dem Einkaufen 

Und dann natürlich das wahnsinnig leckere Eis von Luicella´s – die produzieren mit unserer Milch die großartigsten Eissorten, wir ihr ja wisst :)  

 

Die besten local producer bei SUSIES

Hof Eggers – Ohe 

Altländer Honigmanufaktur – Jork 

Auch diese Adressen gefallen SUSIES

Regionalwert AG, Landvergnügen

Hinter den Weiden beginnen die Felder. Vor einigen Jahren wurden die Höfe von Ingrid und Gerd Langeloh und Rainer Kohrs zusammengelegt, die jetzt gemeinsam wirtschaften. Die Kohrs bauen Weizen und Mais an, es dient als Nahrungszugabe für die Kühe. 

Im ältesten Teil der Stallungen werden die Jungtiere aufgezogen. Die kleinsten stehen noch etwas wackelig in ihren Boxen, sie sind sehr schreckhaft. Und unglaublich süß mit ihren großen rosa Zungen. Die größeren unter ihnen schlecken an unseren Händen, kommen neugierig heran. Alle Kühe werden im Betrieb aufgezogen. Leider ist es in der Milchkuhzucht (noch) so wie bei den Hühnern – nur die weiblichen Tiere werden aufgezogen, die männlichen Tiere werden wenige Wochen nach der Geburt zum Schlachter gegeben.

Eine Rinderrasse, die viel Milch gibt, erzeugt wenig Fleisch. Deshalb lohnt die Aufzucht der Bullen nicht. Es wäre wunderbar, würde sich das eines Tages ändern, so wie es für die Geflügelzucht etwa die Initiative „Bruder Hahn“ vor macht. „Wir versuchen bereits durch Kreuzen der Rassen eine einseitige Nutzung zu verhindern. Aber ganz ist es wohl nicht möglich.“

Während wir den Kälbern beim Herumtollen zusehen, ist es Zeit für ein Interview.

Wieso Milchhof Reitbrook?

Wir sind ein Milchhof und wir befinden uns ein Reitbrook. Da war die Namensgebung leicht.

Wie regional seid ihr?

Die Kühe stehen auf unseren Wiesen, wir produzieren einen Großteil des Futters auf unseren Feldern. Regionaler geht es kaum. Nur die Fruchtmischung für unseren Joghurt beziehen wir aus Holland – die kommen ohne „schlimme“ Zusatzstoffe aus. Leider kann ich die Erdbeere vom Nachbarhof nicht verwenden, die werden matschig braun im Joghurt. Aber das kann natürlich jeder selber machen und sich frisches Obst in unseren Naturjoghurt mischen.

Wann zeichnete sich ab, dass eure Herangehensweise – als verantwortungsbewusster Hof – funktionieren wird?

Seit 1999 konnten wir uns kontinuierlich vergrößern, gerade in den letzten Jahren lief es sehr gut. Der Trend der Regionalität spielt uns zu. Die Zahl der Privatkunden, die wir beliefern, ist dagegen sehr konstant. Viele Cafés nutzen unseren Drei-Liter-Behälter. Außerdem sind wir die einzigen in Hamburg, die noch Vorzugsmilch liefern, das schätzen unsere Kunden sehr.

Wie wird es weitergehen?

Wir sind gerade sehr zufrieden, es stehen ein paar Umbau-Arbeiten an, der Kälberstall muss neu strukturiert werden, und wir schauen, ob wir unser Auslieferungsgebiet an Privatkunden erweitern können. Eine Zeitlang hatten wir auch über Quark nachgedacht, aber so läuft es eigentlich sehr gut.

Foto und Text: Susanne Baade


Milchhof Reitbrook 

Der Hof wird von Ingrid und Gerd Langeloh und Rainer Kohls geführt,  die Söhne Jan-Hendrik und Geert Sönke Langeloh arbeiten mit im Betrieb 

Vorderdeich 275, Hamburg-Reitbrook 

Tel. 040- 737 17 984

www.milchhof-reitbrook.de

Der Milchhof liefert auch direkt an Privathaushalte im Südosten Hamburgs, Bestellungen am besten per Email, oder telefonisch. 

Ansonsten findet ihr sie auch im Tide und bei Constanze

SUSIES empfiehlt den leicht säuerlichen Naturjoghurt und man sollte unbedingt die cremige Vorzugsmilch probieren. Sie wird nicht erhitzt und behandelt und schmeckt daher wie frisch gemolken.