SUSIES stellt vor:
Local Food Blogs in Hamburg – Laura und Rudi von „Kitchenmate” 

 

SUSIES Local Food trifft Rudolf Klöckner im Park Fiction. Der studierte Stadtplaner versteht sich als Gänger zwischen den Welten, schreibt über Kunst, würde gern ein Lokal eröffnen, liebt das Kochen. Mit Lebensgefährtin Laura betreibt er den Blog „Kitchenmate”. Darin geht es um die Leidenschaft für gutes Essen und um verrückte Fragen – etwa: Wie schmeckt Fleisch, wenn man es in Furnierholz gart?

Manchmal ist das Leben eine Schule. Und es braucht kein riesiges Gebäude um seine Lehren auszubringen, keine ausgebildeten Lehrer, keinen Unterrichtsplan. Man muss das Leben einfach nur zulassen. Und schon verändert es einen. Als Zivildienstleistender hat sich Rudi um einen querschnittsgelähmten Mann gekümmert. Der Mann hatte gern und gut gekocht. Doch ein Unfall setzte dem ein Ende. Und Rudi, der Zivildienstleistende, machte das für ihn. Anfangs unter Anleitung des Mannes. Doch bald erkannte der, dass Rudi gut kocht. Er ließ ihn gewähren. Und so kriegt das Leben einen Kick.

Rudi hat das Kochen nie gelernt. Und doch betreibt er es seither leidenschaftlich. Mit Laura – die leider am Tag unserer Verabredung arbeiten musste – lädt er gern Freunde ein, man kocht zusammen, isst zusammen, trinkt zusammen. „Dabei kommt es zu den besten Gesprächen”, sagt Rudi. Wir treffen uns an einem verblüffend milden Wintertag im Park Fiction. Die Sonne glitzert auf der Elbe, ein großes Containerschiff wird in den Vorhafen bugsiert.

Rudi trägt blaue Sneaker, grüne Hosen, einen blauen Pulli mit rotem Halstuch, einen Parka und eine schwarze Wollmütze. Zur Begrüßung überreicht er uns eine Umhängetasche mit dem Logo des eigenen Blogs. Cool. Wir wünschten, wir wären auch schon so weit. Und dann setzen wir uns auf eine der Holzplattformen und blinzeln – angeregt  sprechend – in die Sonne.

Es ist spannend zu hören, wie jemand ein neues Leben für sich annimmt, quasi hineinwächst. Denn eigentlich hat Rudi Stadtplanung studiert, in seiner Diplomarbeit widmete er sich dem Thema „Urban Gardening” und wie die Kultur des städtischen Gärtnerns einen Teil der Grünräume werden könne. Doch viel mehr interessiert er sich für Street Art, sein Blog „Urbanshit” ist ein spannendes Kompendium zum Thema Kunst im öffentlichen Raum. Und inzwischen eine echte Stimme, auf Facebook hat er mehr als 14.000 Follower. Kürzlich hat Rudi seinen Job gekündigt. Er sagt: „Ich mache jetzt nur noch das, was ich wirklich will.” Ein guter Moment, um über seinen Foodblog Kitchenmate zu sprechen.

 
 SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

Rudis Lieblings-Adressen für regionales Essen in Hamburg

Kuchnia in St. Pauli – kleines Restaurant mit überwiegend osteuropäischer Küche, in dem übrigens sehr wohl, sehr nachhaltig regional gekocht wird.

Andreas Nacke auf dem Fischmarkt in St. Pauli – viele essen nach dem Feiern hier ein Fischbrötchen, wir lieben es, da ganz normal einzukaufen – regionales und vor allem günstiges Obst und Gemüse.

Public Coffee Roasters in der Altstadt – ich liebe Kaffee und freue mich, wenn ich weiß, wo er herkommt, wo er geröstet und zubereitet wird.

 

Local Blogs bei SUSIES:

The Vegetarian Diaries – Altona

S-Küche –  Winterhude

Projekt gesund Leben – Altona

 

Auch diese Blogs gefallen SUSIES:

Lykkelig, Hamburg kocht, Nutriculinary, Herr Grün kocht 

© Kitchenmate 

© Kitchenmate 

Wie entstand die Idee für Kitchenmate?

Ich koche gern, ich fotografiere gern, und Laura schreibt gern. Im Blog können wir das verbinden. Zudem ist unser Ansatz frisch und ungewöhnlich... 

...der lautet?

Wie experimentieren viel. Es gibt so viele Foodblogs, da muss man nicht die x-te Spaghetti-Bolognese machen. Manchmal fallen uns einfach Zutaten ein, auf die wir gerade Lust haben, und dann kreieren wir das Rezept dazu. So habe ich einen Freund, der ist Tischlermeister, der hielt mal ein Stück Furnier in Händen und fragte sich, wie wohl Fleisch schmecken würde, das darin gegart wird. Ich habe gesagt: Komm, lass es uns einfach ausprobieren. Und jetzt haben wir uns verabredet, das zu kochen. Darum geht es, wir wollen uns inspirieren lassen. 

Wie die Mangold-Pizza?

Ja. Ich habe auf dem Markt Mangold gesehen und wollte was damit machen. Pizza geht immer. Und so entstand die Idee, eine Mangold-Pizza zu machen. 

Wie regional ist Kitchenmate?

Sehr! Ich habe ein Faible für regionale und saisonale Lebensmittel. Wir wohnen in der Nähe des Hafens und kaufen am Wochenende immer auf dem Fischmarkt ein. Das ist ganz witzig: Vorn stehen die Wagen mit den laut brüllenden Blumen- und Fischverkäufern, ganz hinten die Obst- und Gemüsehändler mit Produkten aus den Vier-und-Marschlanden oder aus dem Alten Land, vorne drängeln sich die Touristen, hinten kaufen die Einheimischen.

Was sind deine/eure Ziele für Kitchenmate?

Wir würden gern ein kleines Lokal eröffnen, quasi den Blog in die reale Welt fortschreiben, und suchen dafür noch einen passenden Laden in St. Pauli und Umgebung, wenn also jemand etwas weiß, bitte melden...

 

Hier geht es zur Mangold-Pizza (danke an Laura und Rudi für Rezept und Fotos):

ZUTATEN

700 Gramm Mangold

1 große Zwiebel

Butter

50 Gramm Walnusskerne

200 Gramm Fetakäse

selbst gemachten Pizzateig, am besten aus Dinkelmehl

 

ZUBEREITUNG

Reichlich Butter in einer Pfanne erhitzen, die grob gehackte Zwiebel darin kurz schwenken und zusammen mit dem Mangold ca. 5 Minuten bei mittler Flamme dünsten. Den Mangold mit einem Schuss Sahne ablöschen, mit Salz, Pfeffer sowie etwas frisch geriebener Muskatnuss abschmecken und vom Herd nehmen.

Den Pizzateig (Grundrezept: Mehl, Wasser, Hefe, Salz & ein Schuss Olivenöl) dünn ausrollen und reichlich mit Mangold belegen. Die Flüssigkeit nach Möglichkeit nicht mit auf dem Pizzaboden verteilen, diese jedoch auf keinen Fall weggießen. Zum Schluss die Pizza mit dem in grobe Stücke zerbröselten Feta und den grob gehackten Walnusskernen bestreuen. Die Pizza anschließend für für ca. 8-10 Minuten bei 200 Grad im Ofen backen bis der Teig kross und gut gebräunt ist. Wenn die Pizza auf dem Ofen kommt diese reichlich mit mit dem Mangold-Sud beträufeln.


Kitchenmate

Laura Behncke & Rudolf D. Klöckner

www.kitchenmate.de