SUSIES erkundet Norddeutschland:  
unterwegs mit Ole Schnack und dem Stellplatzführer "Landvergnügen"

 

Wer mit dem Camper unterwegs ist, sollte sich vom Stellplatzführer "Landvergnügen" leiten lassen – SUSIES lässt sich das neue Konzept von Ole Schnack in Norddeutschland zeigen

Als wir zu unserer Landpartie starten wollen, beginnt es zu schütten wie aus Kübeln. Wir flüchten uns in den Showroom von 3DOG Camping in Bahrenfeld, stehen zwischen den coolen Freizeitfahrzeugen des renommierten Kleinhersteller und schauen in den Hof, wo sich die ersten Pfützen bilden. Ob das der geeignete Tag ist für einen Ausflug aufs Land?

Ole stört das nicht. In dem grün kariertem Hemd und grauem Wollanzug, wirkt er stilecht gekleidet für einen Camping-Ausflug, nur die weißen Turnschuhe passen nicht so recht zum Wetter. Doch die Irritation ist Programm. Zum einen will uns Ole zeigen, dass das Wohnmobil selbst Anzugträger verändert und locker macht. Zum anderen will er die Seriosität seines Angebots zeigen, denn Ole ist der Erfinder eines neuen Angebots, es heißt "Landvergnügen".

„Der Weg ist das Ziel", ruft Ole jetzt froh gelaunt, „Wenn wir bei unserem ersten Hof ankommen, scheint bestimmt die Sonne“. Man merkt es ihm an, dass er bereits viele viele Camper-Kilometer hinter sich gebracht hat. Die meisten davon mit Familie in „Leo“ (für Experten, so heißt ihr Karmann LT 28, Baujahr 1986.) Ole sagt, ihm gehe es gar nicht darum, anzukommen, sondern die Fahrt zu genießen. Sich überraschen lassen. Und mit etwas Glück gibt es noch gutes Essen – und die Welt ist in Ordnung. 

Ole ist der Gründer von „Landvergnügen“, dem etwas anderen Stellplatzführer für Deutschland. Mit dem Buch erwirbt man ein  Verzeichnis über rund 230 Bauernhöfe, auf denen man sich mit seinem Wohnmobil kostenlos für 24 Stunden hin stellen darf. Das Buch kostest 39,90€ und enthält eine Vignette, die man sich auf die Windschutzscheibe klebt und ein Jahr lang nach Herzenslust auf Landpartie gehen darf.  

Die Idee stammt aus Frankreich, da heißt das Camper-Glück „France Passion“ – man fährt von Hof zu Hof, übernachtet, redet, genießt das gute Essen und kauft im Hofladen regionale Produkte für die Fahrt und für Freunde zu Hause. Dieses Modell ist das Vorbild für Landvergnügen, es geht um mehr als einen kostenlosen Stellplatz, es geht um den persönlichen Kontakt. Um Wertschätzung und den Genuss von regionalen Lebensmitteln. Der Camper steht in idyllischer, ländlicher Umgebung, man macht einen modernen "Urlaub auf dem Bauernhof". 

 
  SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

SUSIES LOCAL FOOD HAMBURG – das Netzwerk für regionales Essen verbindet die besten Adressen.

Die besuchten Höfe – in Kürze ausführlicher bei SUSIES LOCAL FOOD:

Passader Backhaus – Passade

Erdbeerhof und Weingut Ingenhof – Bad Malente-Malkwitz

Fleischerei Einfeld & Sohn – Negenharrie

Weitere Initiativen bei SUSIES

Kräuterwanderungen  – Othmarschen

Hässliches Erntlein – Sternschanze

Stiftung Kinderjahre – Uhlenhorst

Auch diese Initiativen gefallen SUSIES

Treib.gut, Hallo Frau Nachbar, Grünanteil e.V.

Um uns zu zeigen, wie das Konzept funktioniert, nimmt uns Ole mit auf eine Eintagestour. Die erste Etappe ist das Passader Backhaus im gleichnamigen Ort. Die Wolken hängen noch tief, doch es hat tatsächlich aufgehört zu regnen. Die drei Landvergnügen-Stellplätze befinden sich hinter der alten Scheune unter üppigen Bäumen, mitten im Grünen. Der Hausherr begrüßt uns freundlich.

Wie er dazu komme, seinen Hof für Wildfremde zu öffnen, wollen wir wissen. Er sei selbst Wohnmobilist und freue sich schon auf die ersten Gäste. Olaf Knickrehm führt uns durch sein Reich. Wir erfahren, dass das Getreide unten am See angebaut wird, dass man es nur zum Reinigen weg gebe. Das Korn wird im Betrieb geschrotet und weiter verarbeitet.

Mit einem großen Lachen erzählt der hochgewachsene Knickrehm, dass früher Bio vor allem Vollkorn bedeutete, selbst die Croissants wurden aus reichhaltigem Getreide gebacken. „Die waren so üppig, dass man bis zum Mittagessen satt gewesen ist.“ Das habe sich mittlerweile zum Glück geändert, nun kaufe man auch Bio-Weizenmehl hinzu und kommt dem Französischen, leichten Vorbild schon sehr nahe. 

Mehr über den Hof in Kürze bei SUSIES LOCAL FOOD.

Gerne wären wir länger geblieben, doch unsere Partie führt weiter zum Erdbeerhof und Weingut Ingenhofen. Dieser moderne Betrieb in Malkwitz bei Malente wird von Melanie Engel geführt. Die schlanke, dunkelhaarige Frau führt uns zu der ungewöhnlichsten Frucht des Hofes – den Weinreben, die sie 2008 angebaut haben. Den Wein bekommen wir auch zu probieren. Der Weisswein ist erstaunlich fruchtig und hat eine leicht Säure, der Rotwein kann noch nicht so überzeugen, er ist sehr verschlossen und trocken. Aber die Traube verändere sich mit den Jahren, erklärt Melanie Engel und die nächste Ernte wird sich schon deutlich von der letzten unterscheiden.

Auf dem Holztisch in der neu umgebauten Scheune stehen auch die ersten Erdbeeren. Weil das Frühjahr so sonnig und warm war, schmecken die Früchte reif und süß. Mit einem Korb voller roter Erdbeeren im Gepäck geht es zur letzten Station. 

Mehr über den Hof in Kürze bei SUSIES LOCAL FOOD.

Die Fleischerei Einfeld&Sohn ist ein Familienbetrieb, hier leben und arbeiten noch vier Generationen unter einem Dach. Der fast 90 jährige Urgroßvater fährt jeden morgen zu den Weiden und schaut, ob alles mit den Rindern in Ordnung ist, Enkelin Sina hat Fleischerin und zusätzlich Lebensmitteltechnikerin gelernt und modernisiert das Geschäft nach und nach. Und doch ist hier die Tradition noch lebendig, Schinken und Würste werden vor Ort geräuchert, die Tiere artgerecht gehalten, einzig das Geflügel wird hinzu gekauft. Das kommt leider aus einem Großbetrieb aus Nordrhein-Westfalen, ein Umstand, der uns nicht so behagt. Als wir anfangen zu grillen, zieht der Regen doch noch über uns hinweg, wir flüchten uns ein eine Scheune und genießen frischen Spargel und Steaks.   

 

Auf der Rückfahrt lockert sich die Wolkendecke, wir fahren durch Rapsfelder, die Windräder drehen sich fleißig, und der nasse Asphalt glänzt. Was für eine spannende Landpartie! Und wer im Sommer noch nicht so recht weiß, wohin er fahren will, sollte sich einen Stellplatzführer schnappen und den einen oder anderen Hof besuchen. Denn auch hier gilt – Support your local producer! 


Landvergnügen

Ole Schnack

www.landvergnuegen.com

Der Stellplatzführer inklusive Vignette für ein Jahr kostet 39,90€ und ist über die Website zu bestellen.